Informations- und Kommunikationstechnik

Der Videokopf und die Omega-Bandumschlingung

Die mögliche Kopfspaltbreite der Videotechnik liegt bei 0,3 μm. Bei den Köpfen handelt es sich um Aufnahme-Wiedergabe-Köpfe, auch Kombi-(AW)-Kopf genannt. Es muss daher ein Kompromiss zwischen der Spaltbreite und der Windungszahl der Spule gemacht werden.

Die Skizze zeigt den prinzipiellen Videokopfaufbau. Der Kopf besteht aus Ferrit mit eingefrästem Wickelraum für die Spule. Der Kopfspiegel ist poliert. Der Kopfspalt steht um den Azimutwinkel schräg zur Kopfspiegelhöhe. Der Spalt, das Mikrofil und der Rückschlussspalt sind mit einer Glasmasse ausgefüllt.

Kriterien für den Aufnahmekopf:

Eine große Spaltbreite für tief ins Band reichende Magnetfeldlinien. Die Fixierung des aufgenommenen Signals passiert nur an der Auslaufspaltkante. Die Induktivität sollte wenige Windungen haben, damit der induktive Widerstand bei hohen Frequenzen klein bleibt und den Signalstrom nur wenig dämpft.

Kriterien für den Wiedergabekopf:

Eine möglichst kleine Spaltbreite, um die hohen Frequenzen noch zu erfassen. Die Induktivität sollte viele Windungen haben. Das Magnetfeld der Aufzeichnung kann dadurch eine hohe Induktions-Wiedergabespannung erzeugen.

 

Die Signalübertragung beim rotierenden Kopf erfolgt durch rotierende Ferrit-Trafos. Eine Signalweiterleitung mit Schleifkontakten würde zu große Störpegel erzeugen (Schleiferrauschen). Jeder Kopf ist an einer der Trafospulen angeschlossen. Zwischen beiden Spulen befindet sich ein Kupferring als Kurzschlussspule. Er verhindert ein Signalübersprechen zwischen den Trafowicklungen. Im Stator befindet sich ein ebensolcher feststehender Trafo mit 2 Spulen und einem Zwischenring. Ein möglicher Dopplereffekt zwischen dem rotierenden Magnetfeld gegenüber einem stehenden Spulensegment stört nicht, da die Rotationsgeschwindigkeit sehr konstant gehalten wird. Zwischen Stator und Rotor befindet sich eine Unterlegscheibe als Toleranzausgleich und Abstandhalter. Die Achse läuft in einem präzisen Sinterlager oder noch besser im Präzisionskugellager.

Zur Aufnahme sind beide Videoköpfe parallel geschaltet. Läuft der Kopf 1 ins Band ein, so schreibt er auf den unteren Bandbereich, der Kontroll- auch CTL-Spur das gleiche Signal auf das Band, wie es der Kopf 2 bei seinem Kopfauslauf auf den oberen Bandbereich, der Tonlängsspur schreibt. Dadurch wird gewährleistet, dass für eine 180°-Bandumschlingung alle Bildzeilen innerhalb der vorgesehenen Videospurbreite von 11,3 mm liegen. Erst nachdem das Band die Videokopftrommel verlassen hat, werden die Tonlängsspur und die CTL-Spur nochmals gesondert beschrieben.

Die Omega- oder M-Bandumschlingung.

Für den Band-Kopf-Kontakt ist eine Umschlingung von mindestens 180° notwendig. Das VHS-System sieht eine 190°-Umschlingung vor. Die Kopftrommel hat Rillen, die ein definiertes Luftpolster zwischen dem Band und der Trommel entstehen lassen. Die Köpfe ragen etwas über den Kopfspiegel heraus und berühren das Band.

Der Kopf ist auf die Kopfträgerplatte waagerecht aufgeklebt, die ebenfalls waagerecht auf den Rotor der Kopftrommel geschraubt ist. Die Kopftrommel steht in einem bestimmten Winkel schräg zum gerade an ihr vorbeilaufenden Band.

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