Informations- und Kommunikationstechnik

Umlaufender Drop-out-Kompensator

Das Blockschaltbild zeigt den Luminanzsignalweg bei der Wiedergabe. Das YFM-Signal durchläuft einen Drop-out-Kompensator und eine Doppelbegrenzerschaltung. Erst danach erfolgt die Demodulation. Das BAS-Signal erfährt eine Deemphasis und danach eine Kantenverschärfung mithilfe der Aperture-Korrektur. Es folgt eine Schaltung zur Rauschunterdrückung. Danach durchläuft das Signal eine Verzögerungsleitung mit 400 ... 800 ns, mit der die Laufzeitunterschiede zwischen der Luminanz- und Color-Signalverarbeitung ausgeglichen werden. Am Ende wird das Signal zum zurückkonvertierten Chromasignal addiert und liefert das FBAS-Signal.

Das Prinzip des umlaufenden Drop-out-Kompensators

Die häufigste Ursache der Signalaussetzer innerhalb der Zeile sind kleine statische Entladungen. Sie entstehen durch Reibung des Bandmaterials und beim sich Trennen des laufenden Bandes von der Kopftrommel. Partielle Störungen im Band-Kopf-Kontakt und kleine Bandknitter liefern ebenfalls Drop-outs.

Das vom Kopfverstärker kommende YFM-Signal erhält vom Begrenzer-Verstärker eine definierte Signalamplitude. Der Signalweg führt über den Balanceeinsteller und den Emitterfolger zum Ausgang des Drop-out-Kompensators. Dort lädt sich das Signal in eine Verzögerungsleitung für eine Zeile. Wenn sich die Folgezeile in die VZL einlädt, verlässt die vorhergehende Zeile die VZL Richtung Gate.

Das Signal liegt an einem weiteren Begrenzer-Verstärker an und wird entsprechend der Gate-Schalterstellung nach Masse geleitet. Sollte die aktuelle Zeile Drop-outs aufweisen, so werden diese vom Drop-out-Detektor erkannt. Entsprechend der einstellbaren Empfindlichkeit, wobei der Arbeitsbereich mehr als 20 dB umfasst, erzeugt ein Schmitt-Trigger für die Dauer des Signalausfalls einen Schaltimpuls.

Dieser Gateimpuls gibt den Signalweg für das ausgelesene Vorzeilensignal an den Balanceeinsteller frei. Der Drop-out-Fehler der aktuellen Zeile wird also durch den Signalanteil der Vorzeile kompensiert. Die so reparierte Zeile lädt sich erneut in die Verzögerungsleitung.

Ein über 6 Zeilen andauernder Drop-out an der gleichen Zeilenstelle kann durch den Drop-out-Kompensator (DOC) noch entfernt werden. Der DOC kann Fehler, die in den allerersten beiden Zeilen auftreten noch nicht kompensieren, da die Laufzeitleitung erst mit einem ungestörten Zeilensignal geladen und ausgelesen werden muss.

Das Colorsignal muss eine sogenannte Zweizeilen-(2H)-Verzögerungsleitung durchlaufen, denn es wechseln sich PAL- und NTSC-Zeilencodierungen ab.

Die Verzögerungsleitung

Für eine Verzögerung von analogen Signalen und kurzen Verzögerungszeiten, die im Bereich von 500 ns liegen, und bei niederfrequenten Signalen können keine Quarzglas Verzögerungsleitungen (VZL) eingesetzt werden. Hier verwendet man spezielle Spulen-(LC)-VZLs. Sie übertragen Signalfrequenzbänder ab 0 Hz bis zur oberen bauartbedingten Grenzfrequenz. Beginnt das zu übertragende Signalband oberhalb von 1 MHz und liegen die Zeiten im Bereich der Videozeilendauer, so kommen Quarzglas VZL mit ihren Ultraschallwandlern zum Einsatz.

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