Informations- und Kommunikationstechnik

Aufzeichnung des Video-Luminanzsignals

In der Videotechnik sind vier Signalwege zu betrachten, die sich in die Y- und Color-Signalwege für den Aufnahme- und Wiedergabezweig aufteilen. Das FBAS-Signal wird vom Tuner gebildet oder über die Scartbuchse eingespeist. Der Tuner entspricht dem eines Fernsehempfängers. Er ist am Antenneneingang mit einer – meist Signal verstärkenden – Möglichkeit zum Durchschleifen für das HF-Antennensignal versehen. Somit kann ein an die Antennenanlage angeschlossenes Fernsehgerät unabhängig vom Videorekorder betrieben werden. Das Blockbild zeigt den FBAS-Signalweg bei der Aufnahme. Man erkennt die Trennung in das Luminanz- und Chromasignal und die wichtigsten Verarbeitungsstufen in jedem der Zweige.

Das Luminanzsignal bei der Aufnahme

Das FBAS-Signal wird in das Y-Luminanzsignal und Chromasignal aufgetrennt. Die einfachste Möglichkeit ist eine 4,43 MHz Sperre als Tiefpassfilter im Signalweg des Y-Zweigs. Eine gute Dimensionierung des Tiefpasses sorgt hier schon für die notwendige Signalabsenkung ab 3,0 ... 3,2 MHz. Die nachgeschaltete Preemphasis soll dem dabei entstandenen Qualitätsverlust entgegenwirken. Der Arbeitsbereich der Preemphasis ist an bestimmte Eckwerte gebunden, damit für ein vorgegebenes Videosystem eine allgemeine Gerätekompatibilität gewährleistet ist. Die Preemphasis wird als non-linear bezeichnet, da sie mit einer logarithmischen Verstärkung arbeitet, die vom Signalpegel abhängig ist. Weiterhin wird noch eine gesonderte Emphasis für den unteren Frequenzbereich zwischen 0,1 ... 2 MHz durchgeführt.

Die festgelegten Eckwerte der Preemphasis sind:

2 dB bei  50 kHz
8 dB bei 500 kHz
15 dB bei   5 MHz

Die Preemphasis erzeugt eine überproportionale Höhenanhebung. Dabei erhalten alle steilflankigen Signalbereiche aufgesetzte Amplitudenspitzen. Die Übersteuerung muss ausreichend gedämpft sein (niederohmige Schaltungstechnik), damit kein Ausschwingen auftritt. Weiterhin darf ein maximaler Signalpegel nicht überschritten werden.

Die automatische Verstärkungsregelung (AVR) hält dazu die Signalamplitude zwischen der Schwarzschulter und dem Synchrondach, das sind 25% des FBAS-Signals, auf den vorgegebenen Wert.

Nur dieser Bereich des (F)BAS-Signals darf nachträglich verändert werden, denn alles andere verfälscht den Charakter der Bildinformation. Die Bezugsgröße für die Regelung ist die Schwarzschulter.

Im Signalweg folgt eine Klemmstufe, wo die Signalspitzen abgeschnitten werden, die über Weiß und Schwarz hinausgehen. Diese Stufe wird daher auch als White-/Dark-Clip bezeichnet. Das so aufbereitete Y-Signal gleich BAS-Signal gelangt über eine Treiberstufe oder Impedanzwandler mit genau definierten Eigenschaften an den FM-Modulator, wobei der Signalhub auf den linearen Kennlinienbereich des Modulators begrenzt ist. Ein zu großer Hub hat Crossluminanz Fehler zur Folge, da dann das Signal in das Colorspektrum hineinreicht. Am Modulatorausgang steht das YFM-Signal zur Verfügung. Auf einen einstellbaren Y-Aufnahmeverstärker verzichtet man heute zumeist. Mit ihm könnte noch vor der Additionsstufe eine Pegelanpassung bezogen auf das abwärts gemischte Colorsignal vorgenommen werden.

zum Inhalt, weiter mit: Blockschaltbild zur Y-Aufzeichnung