Informations- und Kommunikationstechnik

Das Chromasignal bei der Aufnahme

Im schon bekannten Blockbild ist die Abtrennung des Chromasignals aus dem FBAS-Signal durch einen entsprechend dimensionierten Bandpass dargestellt. Es folgt die Abwärtsmischung im Color-Under-Konverter. Parallel dazu werden alle notwendigen Hilfsfrequenzen erzeugt. Das konvertierte Chromasignal durchläuft einen weiteren Bandpass (Tiefpass). Ein anschließender Aufnahmeverstärker sorgt für eine Pegelanpassung. Das aufbereitete Color-Under-Signal wird in der Additionsstufe mit dem YFM-Signal zusammengeführt. Das Summensignal gelangt an die bei der Aufnahme parallel geschalteten Videoköpfe und magnetisiert dort das Band.

Blockschaltbild

Die Auflösung des Chromasignals ist schon beim Farbfernseher relativ gering. Die Bandbreite bei der Videoaufzeichnung musste wegen der Band-Kopf-Charakteristik noch weiter verringert werden. Die Mechanik des Videorekorders bedingt eine weitere Signalverschlechterung. Der Gleichlauffehler liegt unter 0,4% und ist sehr gering. Fehlerfrei können aber die Servoregelkreise nicht arbeiten, da jede Regelung auf das Vorhandensein eines bleibenden, wenn auch sehr kleinen Fehlerrests angewiesen ist. Die Kopfspur auf dem Band verläuft nicht exakt linear. Eine geringe Seitendrift tritt sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe ein. Dadurch erhält der Videokopf Signalanteile aus der Nachbarspur. Um die Auflösung für das Chromasignal zu optimieren, müssen diese Fehler anders ausgeglichen werden. Der Azimutwinkel des Kopfspalts verringert bevorzugt nur das Übersprechen der hohen Frequenzanteile im Y-Signal (Luminanz).

Das Chromasignal setzt sich aufgrund der Color-Under-Konvertierung aus tiefen Frequenzen zusammen. Es ist vor der Aufnahme so zu verändern, dass bei der Wiedergabe das Spurübersprechen ebenfalls vermindert werden kann. Dazu trägt auch der Spurlagewinkel bei, der mit 5,95° so eingestellt ist, dass in den Nachbarspuren stets NTSC- und PAL-codierte Zeilen aneinander liegen.

Das Chromasignal für die Kopfspur A erhält nur die Abwärtskonvertierung des FHT und bleibt in Bezug auf seine Phasenlage unverändert. In jeder NTSC-Zeile beträgt die Phasenlage des FHT 135°. In jeder PAL-Zeile weist der FHT die Phasenlage 225° auf.

Das Chromasignal für die Kopfspur B wird ebenfalls abwärts konvertiert. Zusätzlich wird jetzt die Phasenlage des Trägers additiv fortlaufend von Zeile zu Zeile um 90° links (90°, 180°, 270°, 360° ...) gedreht. Damit ergibt sich das im Bild dargestellte Phasenschema für die Videospur B.

Der 626,9 kHz Träger muss diese Phasendrehung ebenfalls aufweisen. Erreicht wird dieser Effekt, wenn der zugesetzte Mischträger diese Phasendrehung ausführt.

Die Tabelle zeigt nochmals für die B-Spur die von Zeile zu Zeile geschalteten Phasenverhältnisse.

Zeilen-
nummer
Zeilen-
codierung
Phasen-
drehung [Grad]
Phasen-
endlage [Grad]
B0 NTSC 0 135
B1 PAL 90 315
B2 NTSC 180 315
B3 PAL 270 135
B4 NTSC 360 = 0 135
B5 PAL 90 315

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