Informations- und Kommunikationstechnik

Die Videokopfansteuerung bei Aufnahme und Wiedergabe

Das Luminanzsignal ist frequenzmoduliert und wird am Beispiel des Blaupunkt-Videorekorders RTV 301 als YFM-Signal der Additionsstufe, hier dem Transistor Q3501, zugeführt. Zusätzlich steuert das Color-Under-Signal diesen Transistor mit an. Der Arbeitspunkt des Transistors ist so eingestellt, dass die Ansteuerung für beide Signale im geraden Kennlinienbereich verläuft. Das Ergebnis ist eine Signaladdition und keine Modulation, bei der die Ansteuerung im gekrümmten Kennlinienbereich liegen müsste.

Das Videosignal steuert den Aufsprechverstärker an. Es ist eine einfache Gegentaktendstufe mit den Transistoren Q3503 und Q3504. Der Arbeitswiderstand sind die Statorspulen des Kopftrafos. Der Schaltungsauszug zeigt, dass bei der Aufnahme beide Videoköpfe parallel geschaltet sind. Der sich außerhalb der Bandumschlingung befindliche Kopf erhält somit dasselbe Signal wie der das Band beschreibende Kopf.

Für das frequenzmodulierte Y-Signal bedarf es keiner Bandvormagnetisierung. Die Signalinformation liegt in den Nulldurchgängen der Signalkurve. Das Colorsignal dagegen hat sinusförmigen Charakter und es braucht zur korrekten Bandaufzeichnung eine Vormagnetisierung. Als HF-Vormagnetisierung wird das YFM-Signal verwendet. Einen separaten HF-Oszillator wie beim Tonbandgerät benötigt man bei zur Aufzeichnung von Videosignalen nicht.

Die Aufzeichnung eines Impulses, zum Beispiel der des CTL-Signals, passiert ebenfalls ohne Vormagnetisierung. Das CTL-Signal wird bei der Aufzeichnung aus dem senderseitig gelieferten Vertikal-Synchronsignal gewonnen. Das 50 Hz Bildsynchronsignal wird mit einem 2:1-Teiler zum Kopfumschaltimpuls auf 25 Hz herabgeteilt und erfährt noch eine Impulsformung. Für die Tonaufzeichnung auf der Audiolängsspur muss wie in der Tonbandtechnik ein zusätzlicher HF-Oszillator verwendet werden.

Die mittlere Leitung des Kopftrafostators wird auf Masse gelegt. Dazu wird die Basis des Transistors Q3506 positiv angesteuert. Die Trafoausgangsspannung beträgt je Kopf rund 1,5 ... 2.0 mV. Der außerhalb des Bandes laufende Kopf bleibt zugeschaltet und liefert Rauschen. Die Kopfumschaltung erfolgt erst nach der Signalverstärkung, denn erst danach ist die Signalamplitude so groß, dass ein elektronischer Schalter Schaltwirkung zeigen kann.

Mechanische Schalter können wegen ihrer Prelleigenschaften nicht verwendet werden. Die Ansteuerung der Kopfumschalter wird vom Positionsgenerator (PG-Verstärker) geliefert. Er erhält den vom Band gelesenen CTL-Impuls und einen Kopftrommel-Positions-Impuls. Die rotierende Kopftrommel trägt dazu einen Positionsmagneten in definierter Lage zu einem der Videoköpfe. Dieser Magnet liefert die Positionsimpulse durch Ansteuern einer außerhalb des Rotors fest positionierten Feldplatte, einem Magnetfeldsensor.

Bei der Wiedergabe verhalten sich die Videoköpfe wie Schwingkreise. Es sind Ein- und Ausschwingvorgänge mit einer Zeitdauer von rund 100 ns darstellbar. Sie entstehen speziell beim Ein- und Austritt der Köpfe in die Bandzone. Durch zusätzliche Entzerrungsschaltungen lassen sich definierte Verhältnisse einstellen und Fertigungstoleranzen der Köpfe und Kopftrafos ausgleichen.

Werden nach der Kopfumschalteinheit die Signalpakete für das Kopfsignal (A) (1. Halbbild) und Kopfsignal (B) (2. Halbbild) in geeigneter Weise dargestellt, so erkennt man die abwechselnde Signalführung am Ausgang. Hier trennen sich die Signalwege zur YFM- und Color-Signalbearbeitung für die Wiedergabe. Das Blockbild zeigt die Grundfunktionen des Wiedergabe Kopfverstärkers bis zur Rückgewinnung des FBAS-Signals.

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